7. Juli 2026

Steuerberater Erbschaftsteuer: Freibeträge, Immobilien und Schenkung

Freibeträge, Steuerklassen, Immobilienbewertung und Schenkung: die wichtigsten Hebel bei der Erbschaftssteuer und wann sich ein spezialisierter Steuerberater lohnt.

Erben ist emotional, und steuerlich wird es schnell kompliziert. Wie hoch die Steuer ausfällt, hängt von wenigen Stellschrauben ab: dem Verwandtschaftsgrad, den Freibeträgen und der Art des Vermögens. Wer diese Hebel kennt und früh plant, spart oft einen fünf- bis sechsstelligen Betrag. Wer wartet, zahlt drauf.

Dieser Beitrag erklärt Dir die wichtigsten Regeln zu Freibeträgen, Steuerklassen und Immobilien, zeigt, wie Du mit einer Schenkung Steuern sparst, und wann sich ein spezialisierter Steuerberater wirklich lohnt.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick nach aktueller Rechtslage und ersetzt keine individuelle Beratung. Für Deinen konkreten Fall lohnt sich der Blick eines Profis.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Höhe der Steuer hängt vom Verwandtschaftsgrad, dem Freibetrag und der Vermögensart ab.
  • Ehepartner haben 500.000 € (im Todesfalle bis zu 756.000 €), Kinder 400.000 € und Enkel in der Regel 200.000 € Freibetrag, jeweils alle zehn Jahre neu.
  • Bei Immobilien entscheidet die Bewertung nach dem Bewertungsgesetz, nicht Dein Bauchgefühl. Hier lohnt sich oft ein Gutachten.
  • Durch Schenkungen zu Lebzeiten können die Freibeträge mehrfach genutzt werden, wodurch Erbschaftsteuer in erheblichem Umfang eingespart werden kann.
  • Ein spezialisierter Berater bringt vor allem bei Bewertung und Gestaltung Erfahrung mit, die bares Geld wert ist.

Wann wird eine Erbschaft besteuert?

Die Steuer fällt an, wenn Du Vermögen erbst oder geschenkt bekommst, das über Deinem persönlichen Freibetrag liegt. Erst der Teil oberhalb des Freibetrags wird besteuert. Wie viel Du am Ende zahlst, ergibt sich insbesondere aus drei Dingen: Deiner Steuerklasse, Steuerbefreiungen und dem Wert des Erwerbs.

Übrigens: Amtlich heißt die Steuer Erbschaftsteuer mit nur einem s. Im Alltag hat sich die Schreibweise Erbschaftssteuer eingebürgert. Gemeint ist dasselbe, deshalb findest Du hier beide Varianten.

Was musst Du nach dem Erbfall tun?

Ist ein Erbfall eingetreten, herrscht bei vielen erst einmal Unsicherheit.

Diese Schritte sind nach dem Erbfall wichtig

  1. 1

    Anzeige beim Finanzamt

    Du musst den Erwerb innerhalb von drei Monaten beim zuständigen Finanzamt anzeigen. Das gilt für Erbschaften wie für Schenkungen.

  2. 2

    Steuererklärung abgeben

    Fordert Dich das Finanzamt auf, reichst Du eine Erbschaftsteuererklärung ein. Welche Angaben nötig sind, hängt von Art und Umfang des Vermögens ab.

  3. 3

    Fristen ernst nehmen

    Wer die Anzeige unterlässt, riskiert im schlimmsten Fall den Vorwurf der Steuerhinterziehung durch Unterlassen. Zeitnah handeln schützt Dich.

Gerade wenn Immobilien oder Betriebsvermögen im Spiel sind, lohnt es sich, früh jemanden dazuzuholen, der den Ablauf kennt und die Bewertung sauber aufsetzt.

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Wir schauen unverbindlich auf Deine Situation und sagen Dir, worauf es bei Bewertung und Fristen ankommt.

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Erbschaftssteuer Freibetrag: Wer wie viel steuerfrei bekommt

Der Freibetrag ist Dein wichtigster Hebel. Er richtet sich nach dem Verwandtschaftsgrad zum Erblasser:

Verhältnis zum Erblasser

Freibetrag

Ehepartner / eingetragene Lebenspartner

500.000 €

Kinder und Stiefkinder

400.000 €

Enkel, deren Eltern noch leben

200.000 €

Enkel, deren verbindender Elternteil verstorben ist

400.000 €

Eltern und Großeltern (im Erbfall)

100.000 €

übrige Personen (z. B. Geschwister, Freunde)

20.000 €

Der entscheidende Punkt beim Erbschaftssteuer Freibetrag: Er steht Dir alle zehn Jahre neu zu. Genau das macht die vorausschauende Schenkung so wirkungsvoll, dazu unten mehr. Übrigens gilt derselbe Erbschaftssteuer Freibetrag auch für Schenkungen, nicht nur im Erbfall.

Steuerklassen und Steuersätze

Neben dem Freibetrag bestimmt Deine Steuerklasse den Satz. Es gibt drei:

  • Steuerklasse I: Ehepartner, Kinder, Enkel, Eltern (im Erbfall). Sätze von 7 bis 30 %.

  • Steuerklasse II: Geschwister, Nichten und Neffen, Schwiegerkinder. Sätze von 15 bis 43 %.

  • Steuerklasse III: alle übrigen, etwa Freunde oder entfernte Verwandte. Sätze von 30 bis 50 %.

Je enger die Verwandtschaft und je kleiner der steuerpflichtige Erwerb, desto niedriger der Satz. Deshalb ist es fast immer teurer, an entfernte Personen zu vererben als an nahe Angehörige.

Ein Rechenbeispiel: So viel Steuer bleibt am Ende

Ein Beispiel macht es greifbar. Angenommen, Dein Vater vererbt Dir als Kind ein Vermögen von 600.000 €:

Das Rechenbeispiel in Zahlen

600.000 €

geerbtes Vermögen

Dein Vater vererbt Dir als Kind sein Vermögen.

400.000 €

Freibetrag für Kinder

Bleibt komplett steuerfrei. Steuerpflichtig sind nur 200.000 €.

22.000 €

Steuer in Klasse I

11 % auf den steuerpflichtigen Erwerb. Dir bleiben rund 578.000 €.

Würdest Du dieselbe Summe von einer nicht verwandten Person erben (Steuerklasse III, Freibetrag nur 20.000 €), sähe es ganz anders aus: 580.000 € wären steuerpflichtig, bei einem Satz von 30 % macht das 174.000 € Steuer. Gleicher Betrag, fast das Achtfache an Steuer, nur wegen des Verwandtschaftsgrads.

Erbschaftssteuer Immobilien: Warum die Bewertung alles entscheidet

Bei Immobilien wird es richtig spannend, und hier machen die meisten den größten Denkfehler. Das Problem ist selten die Steuer selbst, sondern die Frage: Was ist die Immobilie überhaupt wert?

Viele gehen von einem geschätzten Verkehrswert aus. Für die Erbschaftssteuer auf Immobilien zählt aber nicht Dein Gefühl, sondern die Bewertung nach dem Bewertungsgesetz. Das Finanzamt nutzt dafür standardisierte Verfahren (Vergleichswert-, Ertragswert- oder Sachwertverfahren), und die Ergebnisse weichen oft deutlich von dem ab, was Du erwartet hättest.

Genau hier trennt sich Erfahrung von Improvisation. Ein erfahrener Berater hat diese Bewertungen schon hundertfach begleitet. Er erkennt, wo der Ansatz des Finanzamts zu hoch ist, und weiß, wann sich ein eigenes Gutachten lohnt, um einen niedrigeren Wert nachzuweisen. Er hilft Dir auch, den passenden Gutachter zu finden, der die formalen Kriterien erfüllt. Bei einer vorweggenommenen Erbfolge kann eine falsche Bewertung sonst teuer werden.

Familienheim: steuerfrei nur unter Bedingungen

Das selbst genutzte Familienheim kann steuerfrei übergehen, wenn der Erbe unverzüglich einzieht und mindestens zehn Jahre dort wohnen bleibt. Für Ehepartner gilt das ohne Flächengrenze, für Kinder nur bis 200 qm Wohnfläche; der Teil darüber wird anteilig steuerpflichtig. Gerade bei großen Objekten ist diese Grenze schneller erreicht, als man denkt.

Zu Wohnzwecken vermietete Immobilien werden zudem in der Regel nur mit 90 % ihres Werts angesetzt (§ 13d ErbStG). Wenn Du eine Immobilie erbst oder überträgst, ist das der Moment, in dem sich steuerliche Beratung am schnellsten auszahlt.

Schenkung statt Erbschaft: Das stärkste Werkzeug zum Steuersparen

Wer Vermögen hat und keine unnötige Steuer zahlen will, plant zu Lebzeiten. Das Zauberwort heißt Schenkung. Weil der Freibetrag alle zehn Jahre neu gilt, kannst Du mit einer frühzeitigen Schenkung dasselbe Vermögen mehrfach steuerfrei übertragen.

Ein Beispiel: Eltern können jedem Kind alle zehn Jahre 400.000 € steuerfrei schenken. Über zwei oder drei Jahrzehnte lässt sich so ein großes Vermögen komplett steuerfrei weitergeben. Das ist besonders bei Bargeld und liquiden Mitteln oft der beste Ansatz.

Bei größeren Vermögen und Immobilien kommen weitere Gestaltungen dazu:

  • Nießbrauch: Du überträgst das Eigentum, behältst aber die Erträge, etwa die Mieteinnahmen. Das senkt den steuerlichen Wert der Schenkung deutlich.

  • Gemischte Schenkung: Ein Teil wird verschenkt, ein Teil als Gegenleistung erbracht, zum Beispiel eine Rente.

  • Familienpool / Gesellschaftsstrukturen: Anteile gehen an die Kinder, während ein Elternteil die Kontrolle behält.

  • Betriebsvermögen: kann unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 85 % oder sogar 100 % steuerfrei übergehen.

Welche Struktur passt, hängt stark von Deiner Lebenssituation und Deinen Zielen ab. Für Familien mit größerem Vermögen ist das der Kern unserer Arbeit im Bereich Private Clients und Family Offices.

Zwei typische Ausgangslagen, ein gemeinsamer Nenner

In der Praxis kommen Mandanten in einer von zwei Situationen:

  1. Der Erbfall ist bereits eingetreten. Dann herrscht meist komplette Unsicherheit: Was muss ich jetzt tun? Welche Steuererklärungen sind fällig, in welchem Zeitrahmen? Hier zählt, dass jemand den Prozess kennt und Dich sicher durch die Fristen führt.

  2. Du willst vorausschauend planen. Du hast Vermögen und möchtest die Steuer vermeiden. Das ist der klassische Schenkungs- und Planungsfall, in dem sich mit der richtigen Gestaltung am meisten sparen lässt.

In beiden Fällen ist der gemeinsame Nenner Erfahrung. Die entscheidende Frage an jeden Berater lautet: Hast Du genau solche Fälle schon oft begleitet?

Steuerberater Erbschaftsteuer: Wann lohnt sich die Beratung?

Ein spezialisierter Steuerberater lohnt sich immer dann, wenn Bewertung oder Gestaltung ins Spiel kommen, und das ist fast immer der Fall, sobald Immobilien, Betriebsvermögen oder größere Summen im Raum stehen. Ehrlich gesagt fühlen sich viele Berater bei der Bewertung von Vermögen selbst nicht sattelfest. Ein erfahrener Steuerberater für Erbschaftsteuer dagegen weiß genau, wo die Risiken liegen und wo Spielraum ist.

Was ein guter Berater konkret leistet:

  • Er kennt den Ablauf nach einem Erbfall und hält alle Fristen ein.

  • Er bewertet Dein Vermögen realistisch nach dem Bewertungsgesetz und erkennt, wo ein Gutachten den Wert senkt.

  • Er gestaltet Schenkungen so, dass Freibeträge optimal genutzt werden.

  • Er denkt Recht und Steuer zusammen, gerade bei Nachfolge und Unternehmensvermögen.

So unterstützen wir Dich bei Vantoya

Anzeige und Erbschaftsteuererklärung

Wir übernehmen die Anzeige beim Finanzamt, halten die Fristen und erstellen die komplette Erklärung, digital und ohne Papierkram.

Bewertung von Immobilien und Vermögen

Wir prüfen den Ansatz des Finanzamts, sagen Dir, wann sich ein Gutachten lohnt, und finden mit Dir den passenden Gutachter.

Schenkungen und Nachfolge gestalten

Von der einfachen Zehn-Jahres-Planung über Nießbrauch bis zum Familienpool entwickeln wir die Struktur, die zu Deiner Familie und Deinem Vermögen passt.

Unterstützung bei Rechtsfragen durch unsere Partner

Bei Testament, Erbvertrag oder Gesellschaftsstrukturen arbeiten wir eng mit Anwälten und Notaren zusammen, damit Du nicht zwischen Beratern hin und her koordinieren musst.

Worauf Du bei der Auswahl achten solltest

Nicht jeder Berater ist auf Erbschaft und Schenkung spezialisiert. Diese Fragen solltest Du im Erstgespräch stellen:

  • Erfahrung: Wie viele vergleichbare Fälle hast Du schon begleitet, und passt das auf meine Situation?

  • Bewertung: Wie gehst Du an die Bewertung meiner Immobilie oder meines Vermögens heran? Wann rätst Du zu einem Gutachten?

  • Gestaltung: Welche Gestaltungen kommen für mich infrage, und was bedeuten sie langfristig?

  • Zusammenspiel: Arbeitest Du bei rechtlichen Fragen mit Anwälten und Notaren zusammen?

Wenn ein Berater diese Fragen souverän und mit konkreten Beispielen beantwortet, bist Du richtig. Wenn er bei der Bewertung ausweicht, eher nicht.

Erbschaft und Schenkung klug gestalten

Ob bereits geerbt oder vorausschauend planend: Bei der Steuer entscheidet Erfahrung über die Höhe Deiner Belastung. Wir bei Vantoya verbinden Steuer- und Rechtsberatung aus einer Hand, bewerten Dein Vermögen realistisch und gestalten Übertragungen so, dass Du und Deine Familie am Ende mehr behalten.

Lass uns unverbindlich über Deinen Fall sprechen

Gemeinsam schauen wir, welcher Weg für Dich der richtige ist.

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Häufige Fragen

Kinder haben einen Freibetrag von 400.000 € pro Elternteil, und zwar alle zehn Jahre neu. Erst der Wert darüber wird besteuert.

Maßgeblich ist die Bewertung nach dem Bewertungsgesetz, nicht der geschätzte Verkaufspreis. Weicht der Wert des Finanzamts stark ab, kann ein eigenes Gutachten helfen, die Erbschaftssteuer auf Immobilien zu senken.

Ja. Weil die Freibeträge alle zehn Jahre neu gelten, lässt sich mit frühzeitigen Schenkungen viel Vermögen steuerfrei übertragen. Das ist einer der wirksamsten Hebel überhaupt.

Er übernimmt die Anzeige beim Finanzamt und die Erbschaftsteuererklärung, bewertet Dein Vermögen nach dem Bewertungsgesetz, prüft den Ansatz des Finanzamts und gestaltet Schenkungen so, dass die Freibeträge optimal genutzt werden.

Am besten so früh wie möglich, idealerweise vor der Übertragung. Nach einem Erbfall gilt: zeitnah handeln, denn die Anzeige beim Finanzamt hat eine Frist von drei Monaten.

Die wirksamen Hebel sind keine Tricks, sondern legale Gestaltung: Freibeträge alle zehn Jahre per Schenkung nutzen, das Familienheim unter den richtigen Bedingungen steuerfrei übertragen, die Bewertung von Immobilien prüfen und gegebenenfalls per Gutachten senken sowie Nießbrauch bei der vorweggenommenen Erbfolge. Entscheidend ist, früh anzufangen. Am meisten holst Du mit individueller steuerlicher Beratung heraus.

Erste Anlaufstelle ist ein Steuerberater mit Schwerpunkt auf Vermögensnachfolge. Er berechnet Freibeträge und Steuer, begleitet die Bewertung und entwickelt die passende Struktur. Geht es zusätzlich um Testament oder Erbvertrag, arbeitet er mit Anwälten und Notaren zusammen. Bei Vantoya ist das der Kern unserer Arbeit im Bereich Private Clients und Family Offices.

Ja. Der Freibetrag von 400.000 € gilt pro Elternteil und Kind, Du kannst also von Vater und Mutter jeweils 400.000 € steuerfrei erhalten (§ 16 ErbStG). Bei Schenkungen steht Dir der Freibetrag zudem alle zehn Jahre neu zu.

Kontakt

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